Alles zum Thema Schleusenstraße


Schleusenstraße

Auch der  Baum  am Gleisende der Straßenbahn wurde in der vergangenen Woche gefällt. Durch einen Baggerfahrer verursachte Wuzelschäden, so die Fällgenehmigung, beeinträchtigten die Standfestigkeit des Baumes.

Ersatzpflanzungen soll es geben... aber wo?
(20.8.06)
Wurzelschaden



Nabu erklärt Rechtsstreit in der Schleusenstraße für erledigt
Nachdem die Gemeinde Woltersdorf nunmehr erstmals eine Ausbauplanung für die Schleusenstraße vorgelegt hat, bei der kein Baum mehr gefällt und alle Baumschutzmaßnahmen berücksichtigt werden sollen, konnte der vom NABU zum Schutz der Bäume geführte Rechtsstreit für erledigt erklärt werden. Die mit der Klage verfolgten Ziele wurden zu 100 % erreicht. Leider konnte die Fällung der nicht klagebefangenen Bäume im Haltestellenbereich der Straßenbahn nicht verhindert werden, da dem NABU der Fällbescheid erst zuging, nachdem die Bäume bereits entkront waren. Aufgrund der Erledigung hat der NABU trotz vollem Erfolg die Hälfte der Gerichtskosten zu tragen. Hierfür werden die eingegangenen Spenden wohl ausreichen. Wir bedanken uns daher bei allen Unterstützern und Spendern ganz herzlich und stehen auch weiterhin als Ansprechpartner für alle Naturschutzbelange zur Verfügung. (6.8.2006)



Schleusenstraße:
In ihrer Begündung zur Fällung der Bäume in der Schleusenstraße schrieb die Untere Naturschutzbehörde in ihrem Bescheid vom 15.3.06 unter anderem:

" Eine Verlegung der gesamten Haltestelle in Richtung Haltestelle Krankenhaus, wie es das Landesbüro der anerkannten Naturschutzverbände vorschlägt, kommt, wie beim Vororttermin am 01.03.2006 erläutert, aufgrund des dort vorhandenen Straßengefälles aus Gründen der Betriebssicherheit nicht in Betracht."

Während der Bauarbeiten an der neuen Haltestelle:
 Ausweichhaltestelle in Richtung Krankenhaus (annähernd größte Steigung in der Schleusenstraße)
       Haltestelle Woltersdorf_Schleuse




Aufgrund umlaufender Gerüchte weist der NABU auf folgendes hin: Bei den gefällten 6 Bäumen handelt es sich nicht um die Bäume, für deren Erhalt der NABU derzeit vor dem Verwaltungsgericht in Frankfurt/ Oder klagt. Die Fällung von 4 weiteren Bäumen droht nach wie vor.

Baumfällung

Fällung am 15.3.2006
Nach der Fällung

Der Tag nach der Fällung


Alternativstandort für die Straßenbahnhaltestelle (8.6.06)
Wie berichtet, unterbreitete der NABU einen alternativen Standortvorschlag für die neue Haltestelle in der Schleusenstraße, um so die Fällung der Alleebäume zu umgehen. Dieser Vorschlag des NABU wurde seitens der Bahnaufsicht und der Gemeindeverwaltung mit der Begründung abgelehnt, daß der Straßenverlauf im alternativen Haltestellenbereich ein leichtes Gefälle aufweise und somit eine Gefährdung der Fahrgäste zur Folge hätte.
Indes haben die Bauarbeiten für die neue Haltestelle begonnen und eine provisorische Haltestelle wurde an einer Stelle mit leichtem Gefälle eingerichtet.


Keine Ersatzpflanzungen in der Schleusenstraße:
Die Gemeinde Woltersdorf wurde von der Naturschutzbehörde verplichtet, für die gefällten 6 Linden in der Schleusenstraße ersatzweise 18 neue Bäume zu pflanzen. Im Bereich der neuen Haltestelle soll nicht ein einziger Baum gepflanzt werden, obwohl ausreichend Pflanzlücken vorhanden sind. 

Ersatzpflanzstandorte für die gefällten Bäume in der Schleusenstraße: (Stand:2.4.06)

Man sollte denken, dass die Gemeinde Woltersdorf alles versuche werde, den Verlust an  Baumbewuchs in der Schleusenstraße vor Ort  wieder auszugleichen. Dies ist leider nicht der Fall.

Die Gemeinde Woltersdorf hat der Unteren Naturschutzbehörde am 20.2.06 folgende Standorte für Ersatzpflanzungen vorgeschlagen:

Bergstraße 3 Bäume
Schleusenvorplatz 3 Bäume
Baumschulenstraße 26 1 Baum
Wilhelm-Tell-Platz 2 Bäume
Vogelsdorfer Straße 39 1 Baum
Schönebecker Weg 57/58 2 Bäume
Ebereschenallee 3/4 2 Bäume
Eichbergstraße (Feuerwehrdepot) 2 Bäume
Kalkseestraße 84/85 2 Bäume

Die Tatsache, daß in der Kalkseestraße lediglich 2 Bäume gepflanzt werden sollen, läßt darauf schließen, daß wir die Kalkseestraße in Zukunft, geht es nach dem Willen der Gemeindeverwaltung, kahl erleben sollen.

Die Umfrage zum Erhalt der Bäume in Schleusenstraße wurde beendet. Von den 524 abgegebenen Stimmen votierten  mehr als 95 % für den Erhalt der Bäume in der Schleusenstraße. Dieses Erbebnis überrascht nicht, denn bereits vor 3 Jahren gelang es in nur 4 Wochen insgesamt 2500 Unterschriften für den Erhalt der Bäume zu sammeln. (01.4.06)


Wie berichtet wurden gestern 6 Linden in der Schleusenstraße gefällt. Entgegen teilweiser Falschmeldungen handelt es sich dabei nicht um die Bäume, wegen derer der NABU ein verwaltungsgerichtliches Klageverfahren führt. Die Fällung der klagebefangenen Bäume wurde von der Gemeinde Woltersdorf im Zusammenhang mit der geplanten Verlegung der Haltestelle beantragt. Wie dem heute zur Kenntnis erlangten Bescheid über die sechs nunmehr gefällten Bäume zu entnehmen ist, sei die Verlegung der Haltestelle technisch unmöglich. Einen Nachweis für diese Behauptung, etwa in Form eines Gutachtens scheint es jedoch nicht zu geben. Warum dies bei der ursprünglichen Planung der Gemeinde den jeweils gleichen mitwirkenden Personen und Planungsingenieuren nicht aufgefallen ist? Ein Schelm der böses denkt? Jedenfalls nach der Fällung der ursprünglich hierfür vorgesehenen Bäume wäre die vorstehende Tatsache sicher jemandem aufgefallen.

Da nunmehr aber die streitgegenständlichen Bäume ja wohl nicht mehr gefällt werden müssen und die UNB der Gemeinde im Widerspruchsbescheid bereits erklärt hat, dass der vom NABU vorgeschlagene unterirdische Rohrvortrieb aktueller Stand der Technik und zumutbar ist, sollte sich die Gemeinde endlich durchringen, im Interesse der Steuerzahler und Anwohner der Schleusenstraße, die Straßenbaumaßnahme zeitgleich mit den Gleisbauarbeiten durchzuführen. Dies ist mit dem genannten Rohrvortriebsverfahren heute, wie schon seit drei Jahren problemlos machbar.

Aus gegebenem Anlass einige Daten und Fakten zum vorstehend erwähnten Klageverfahren:

10.02.2003 Widerspruch des NABU gegen die Fällung von 7 und Gefährdung weiterer 21 Bäume.

11.03.2003 Stellungnahme der Straßenbahn hierzu

15.03.2003 Stellungnahme der Gemeinde

28.08.2003 weitere Stellungnahme der Straßenbahn

30.09.2003 1. Entwurf eines Widerspruchsbescheides durch die UNB
Dem NABU wird vollumfänglich Recht gegeben

03.03.2004 2. Entwurf eines Widerspruchsbescheides durch einen anderen Sachbearbeiter
Dem NABU wird vollumfänglich Recht gegeben

18.03.2004 Treffen von UNB, Gemeinde und Straßenbahn zur Erörterung
Der NABU wird nicht eingeladen, nicht einmal informiert

07.10.2004 3. Entwurf eines Widerspruchsbescheides
Dem NABU wird vollumfänglich Recht gegeben

09.12.2004 Erlass des Widerspruchsbescheides
Dem NABU wird hinsichtlich eines Baumes, sowie bezüglich des geforderten Einsatzes des unterirdischen Rohrvortriebes Recht gegeben. Die Fällung und Gefährdung der Bäume trotzdem genehmigt.

23.12.2004 Klageerhebung



Mitteilung des NABU vom 2.3.06
Die Untere Naturschutzbehörde ist dem Vorschlag des NABU gefolgt und hat im Streit um die Schleusenbäume alle Parteien an einen Tisch gebracht. Die inhaltliche Auseinandersetzung insbesondere mit der Straßenbahn GmbH und der Bahnaufsicht war sehr konstruktiv. Indes beharrte die Gemeindeverwaltung auf ihren Wunschstandstandort für eine Haltestelle. Der Alternativvorschlag des NABU für eine Haltestelle fand bei der Gemeindeverwaltung keine Beachtung. Dabei war es die Gemeinde selbst, die vor mehr als 2 Jahren den vom NABU favorisierten Standort beantragte, jetzt aber einen anderen Standort wünscht. Dem 30 Meter entfernten  Alternativstandort  für die Straßenbahnhaltestelle stimmte auch die Untere Natuschutzbehörde bereits mit Bescheid vom 9.12.04 zu. Aus der Sicht des NABU hätte mit dem Bau der Haltestelle am Alternativstandort schon vor 2 Jahren begonnen werden können. (2.3.06)

Pressemitteilung des NABU vom 20.02.2006

Die Woltersdorfer Straßenbahn GmbH beabsichtigt eine Instandsetzung der Endhaltestelle an der Woltersdorfer Schleuse  und hat in diesem Zusammenhang bei der Unteren Naturschutzbehörde in Beeskow die Fällung von 6 Alleebäumen im Bereich der Endhaltestelle beantragt.

Der NABU ist für die Instandsetzung der Endhaltestelle in Einklang mit den naturschutzrechtlichen Bestimmungen des Landes Brandenburg.  Da die eingereichten Planungsunterlagen  für die Instandsetzung der Straßenbahnhaltestelle nicht ausreichend sind und in keinem Maße naturschutzrechtliche Bestimmungen berücksichtigen, hat der Naturschutzbeirat des Landkreises Oder-Spree in seiner letzten Sitzung in der vergangenen Woche die geplante Fällung abgelehnt.

Die Fällung der Alleebäume ist aus der Sicht des NABU vermeidbar, wenn eine geeignete Planung den heutigen Stand der Technik berücksichtigen würde. Dies ist leider nicht der Fall. Der NABU hatte bereits vor ca. 2 Jahren ein Alternativkonzept vorgeschlagen, das die geplante Instandsetzung der Endhaltestelle und der Straße in Einklang mit dem vollständigen Erhalt der Alleebäume bringt.  Dieses Konzept fand seitens der Verwaltung leider keine Beachtung.

Nunmehr besteht wiederum bei geeigneter Planung die Möglichkeit, den sofortigen Ausbau der Endhaltestelle bei Erhalt der Bäume sicher zu stellen.

Der NABU regt daher an, dass sich alle betroffen Parteien an einen Tisch setzen um eine einvernehmlich Lösung zu finden. Hierzu zählen wir die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Oder-Spree, die Gemeindeverwaltung Woltersdorf, die Woltersdorfer Straßenbahn GmbH, den Landesbevollmächtigten für Bahnaufsicht des Landes Brandenburg, das für das Bauvorhaben zuständige Planungsbüro sowie den Vorstand des NABU Woltersdorf. Ein Termin sollte aus der Sicht des NABU zeitnah erfolgen und wir überlassen es der Woltersdorfer Straßenbahn GmbH einen entsprechenden Termin zu koordinieren.
(Gordon Eggers, NABU Woltersdorf)



Daraufhin der Beitrag der Märkischen Oderzeitung vom 22.02.2006

400000 Euro für Gleise und Haltestellen

Von Ingolf Bunge

Woltersdorf (MOZ) Die Woltersdorfer Straßenbahn will rund 400000 Euro in zwei Haltestellen und die Gleise drumherum investieren. Beide Vorhaben sind für das Unternehmen extrem wichtig: das neue Ausweich-Gleis am Berliner Platz und die Sanierung der Endhaltestelle an der Schleuse. Dort schwelt -wie berichtet - weiter der Streitum um das Fällen von sechs Linden, was alles blockiert.

"Der Naturschutzbeirat des Landkreises hat die geplante Fällung auf seiner jüngsten Sitzung abgelehnt, da die Planungsunterlagen für das Instandsetzen der Endhaltestelle nicht ausreichend sind und in keinem Maße naturschutzrechtliche Bestimmungen berücksichtigen", sagt Gordon Eggers für die Woltersdorfer Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu). Wie berichtet, hat die Straßenbahn-Gesellschaft die Auflage des Landesbeauftragten für Bahnaufsicht, den Bereich zu sanieren: Wurzeln haben die Gehwegplatten hochgedrückt, ein Baum unterschreitet bereits den Mindestabstand zum Wagenkasten - und die Gleise müssen auch neu verlegt werden.

"Wir müssen das Gleis rausnehmen und alles richtig neu aufbauen", sagt Bürgermeister Wolfgang Höhne. "Die Straßenbahn hat die Auflage, bis zum 1. Juli Tatsachen zu schaffen." Höhne verweist darauf, dass im benachbarten Rüdersdorf der Umweltarbeitskreis aufrufe, die Stimme für die bedrohte Schöneicher/Rüdersdorfer Straßenbahn zu erheben und selbst Autofahrer animiere, für die Tram zu schreiben. Und hier mache "Herr Eggers vom Nabu Stimmung gegen die Straßenbahn." Der Bürgermeister verweist auf die "guten Fahrgastzahlen" der Tram: an Wochentagen im Schnitt täglich 2000, an Wochenenden - je nach Wetter - 1000 bis 1800.

Eggers sagt, das Fällen der sechs Alleebäume sei vermeidbar: "Es besteht bei geeigneter Planung die Möglichkeit, den sofortigen Ausbau bei Erhalt der Bäume sicher zu stellen."

Nun entscheidet nicht der Naturschutzbeirat, der nur ein beratendes Gremium ist. Fällgenehmigungen bewilligt die Untere Naturschutzbehörde (UNB), bei der die Gemeinde inzwischen noch Unterlagen nachgereicht habe, sagt Höhne, wo die Orte für Ersatz- und Ausgleichspflanzungen aufgelistet seien. Am kommenden Mittwoch um 13 Uhr sei ein Vor-Ort-Termin mit Vertretern der UNB und des Naturschutzbeirates angesetzt. "Wenn wir nicht sanieren, ist davon auszugehen, dass die Haltestelle gesperrt wird", so Höhne.

Indessen soll im April der Ausbau der Haltestelle Berliner Platz beginnen, mit dem das Unternehmen seinen Betrieb langfristig sichern wolle, sagt Geschäftsführerin Monika Victor. Denn am Berliner Platz sind ein Ausweichgleis und zwei Bahnsteige geplant. Künftig - voraussichtlich ab Mai - sollen damit nur noch zwei statt bisher drei Triebwagen zwischen Schleuse und Berlin-Rahnsdorf pendeln, die sich dann am Berliner Platz treffen.

Bisher ist der Straßenbahn-"Treffpunkt" auf der eingleisigen Strecke einerseits im Wald zwischen Goethestraße und Rahnsdorf, andererseits am Thälmannplatz. Dort wird in der Regel auch der Beiwagen abgekoppelt, den dann die Bahn in Richtung Rahnsdorf sogleich wieder übernimmt. Der Beiwagen-Wechsel muss künftig am Berliner Platz passieren - außer bei gutem Wetter vor allem an den Wochenenden, wenn die Besucher zur Woltersdorfer Schleuse strömen. Dann wird dort rangiert.

"Den Tourismus haben wir gerade wieder etwas angekurbelt mit unseren Tram-Sonderfahrten", sagt Monika Victor. Nur wenn die Haltestelle an der Schleuse gesperrt werde...


Geplante Baumfällung in der Schleusenstraße (13.02.2006):
Aus aktuellem Anlass informiert die Ortgruppe Woltersdorf des NABU.:
Am 11.02.2006 erhielt der NABU Landesverband einen Antrag auf Fällung von sechs Alleebäumen in der Schleusenstraße. Der Antragsteller ist laut Anschrieiben der Unteren Naturschutzbehörde LOS die Gemeinde Woltersdorf. Aus den Antragsunterlagen ist ein Antragsteller indes nicht ersichtlich. Die Fällnotwendigkeit wird diesmal damit begründet, dass nunmehr die Haltestelle nicht wie geplant, verlegt werden soll, sondern an vorhandener Stelle saniert werden müsse. Hierzu muss das Gleisbett angeblich verlegt werden und auf 18 cm Tiefe ausgehoben werden. Da hierbei angeblich das Wurzelwerk der Bäume so stark beschädigt werden würde, dass diese abstürben, sei die Fällung notwendig. Der NABU wird dem Antrag widersprechen, da dieser schon aus formellen Gründen ungenügend ist. Allerdings muss an der Schleuse unstreitig etwas geschehen. Es wird daher höchste Zeit, dass alle Beteiligten sich unter kompetenter Begleitung durch Ingenieure, Staßenbahnaufsicht und Juristen an einen Tisch setzen und eine für alle Woltersdorfer akzeptable Lösung erarbeiten. Dies wird der NABU daher in seiner Stellungnahme anregen und würde sich freuen, hier die Unterstützung der Woltersdorfer zu erhalten, die bereits wegen der früheren Fällungen mit 2500 Unterschriften ihren Wunsch nach Erhalt der Bäume bestätigt haben.