Wissenswertes über Woltersdorf

Liebesquelle und Aussichtsturm mit Museum zur Filmgeschichte

Zahlreiche Legenden ranken sich um die Wirksamkeit des Quellwassers der Liebesquelle. Als der 30jährige Krieg die Bevölkerung der Mark auf ein Viertel reduziert hatte, wuchs die Woltersdorfer Bevölkerung schneller als die anderer Orte. Warum wohl? Man schrieb es der luststeigernden Wirkung des aus dem Berg sprudelnden Wassers zu. Zur Besichtigung des Museums der Woltersdorfer Filmgeschichte auf dem Kranichberg. Brunnenstraße 2 in Woltersdorf, Tel. 03362/24793. Der 1885 auf dem 105 Meter hohen Kranichberg erbaute Aussichtsturm mit Museum (Titelfoto) dokumentiert in einer spannenden Ausstellung die Woltersdorfer Filmgeschichte.  Der Aufstieg lohnt sich, weil man vom Turm auch weit übers Land blickt! (April bis Oktober: Mo.-Fr. 9.30-15.30 Uhr, Sa.-So. 10-17 Uhr. 

Kalksee und Kulissenreste des Filmes "Das indische Grabmal"
Das Hollywood der Stummfilmzeit lag an den Ufern des Kalksees zwischen Woltersdorf und Rüdersdorf: Von 1918-32 entstanden dort riesige Kulissenbauten für Filme mit exotischem Flair. "Herrin der Welt", "Das indische Grabmal" und "Der Tiger von Eschnapur" hießen sie. Große Schauspieler der Stummfilmzeit wie Lya de Putti, Joe May, Pola Negri oder Conrad Veidt standen hier vor der Kamera, und der Zirkus Sarrasani lieferte die Tiger und Elefanten. Als die Filmleute sogar Pferde von einem hohen Felsen in den Kalksee stürzen ließen, beklagten sich Anwohner über Tierquälerei und erreichten einen zeitweisen Stopp der Filmarbeiten. Einige Kulissenteile, die damals in Originalgröße errichtet wurden, sind noch heute zu entdecken. In den 30er Jahren zogen die Regisseure mit ihren Teams dann in die neu entstehende Filmstadt Babelsberg bei Berlin, denn mittlerweile gab es die ersten Filmscheinwerfer. Mit ihrer starken Ausleuchtung konnte man auch in Studios drehen.

Woltersdorf: Haus des Jugendstilmalers Fidus, Komponist Arno Rentsch, Flieger Martin Haller und der Herr der Nandus und Emus
Der Jugendstilmaler Fidus wohnte in der Köpenicker Straße 46 in Woltersdorf. Fidus (der Getreue) war Schüler des Naturphilosophen Karl Wilhelm Dieffenbach. Beide zogen zum Entsetzen der wilhelminisch bürgerlichen Gesellschaft mit langen wallenden Haaren, wuchernden Bärten, Sandalen und selbstgewebten Gewändern durch die Lande. Als erfolgreicher Maler lässt er sich 1908 in Woltersdorf ein großes Atelierhaus bauen, das zum Anziehungspunkt vieler Künstler wurde. Auch Gerhart Hauptmann oder die Poeten des "Friedrichshagener Dichterkreises" waren hier oft zu Gast. Das Haus des Komponisten Arno Rentsch steht an der Köpenicker Straße 45. 1905 ließ der Musiker, Komponist und Maler das kleine Fachwerkhaus für sich und seine Frau, die Konzertsängerin Elsa Langer-Howard erbauen. Drei Jahre nach dem Tod des Komponisten, zieht der Flieger Martin Haller 1945 zu der Witwe Arno Rentschs. Er gehörte zu den frühen Piloten auf dem ersten Berliner Flugfeld in Johannisthal. 1994 starb Haller, kurz nach seinem 100. Geburtstag, in diesem Haus. Der Herr der Nandus und Emus, Max Törper, lebt mit seinen Riesenvögeln in der Köpenicker Straße 43. Vor 10 Jahren kaufte sich der rüstige Rentner seinen ersten Nandu aus der Familie brasilianischer grauer Straußvögel. Heute leben in seinem Garten 3 Nandus, ein Emu-Pärchen und in mehreren Volieren viele tropische Vögel.

Museumspark Rüdersdorf

An den Rüdersdorfer Kalksteinbrüchen beginnt eine Reise ins Bilderbuch der Erdgeschichte: Einst wogte hier ein Urmeer, heute zeugen Fossilien und unterschiedlichste Gesteinsschichten davon. In den Gruben wird seit über 750 Jahren Kalkstein abgebaut. Das Brandenburger Tor, Schloss Sanssouci und viele andere bedeutende Bauwerke entstanden aus Rüdersdorfer Kalksteinen. Der abgebaute Kalk wird auch hart gebrannt und danach zu Zement verarbeitet. Die Steinbrüche sind bis heute in Betrieb, in Rüdersdorf steht Europas modernster Zementofen. Doch ein Teil des weißen Canyons ist ein Freilichtmuseum. Dazu gehören auch die "Kathedralen des Kalks" - alte Schachtofenbatterien, in denen man bis 1967 Zement brannte. Heinitzstraße 11, 15562 Rüdersdorf, Tel. 033638/765 10. Täglich geöffnet von 10-18 Uhr, am Wochenende regelmäßig Führungen.

Gerhart-Hauptmann-Museum in Erkner
Aus gesundheitlichen Gründen zog Gerhart Hauptmann 1885 in die Villa Lassen in Erkner, wo er vier Jahre blieb und unter anderem sein erstes Bühnenwerk "Vor Sonnenaufgang" schrieb, das bei der Berliner Uraufführung handfeste Tumulte auslöste, aber den Theaterkritiker Theodor Fontane begeisterte. Gerhart-Hauptmann-Straße 1-2 in Erkner. Di.-So. 11-17 Uhr, jeden 1. Donnerstag im Monat bis 20.30 Uhr (Führungen 18 u. 19.30
Uhr)